Quantic Dream: Rassistische und sexistische Vorwürfe

Quantic Dream: Rassistische und sexistische Vorwürfe

Das Entwicklerstudio Quantic Dream, welches für Spiele wie Fahrenheit, Heavy Rain und Beyond Two Souls bekannt ist, sieht sich mehreren rassistischen und sexistischen Vorwürfen konfrontiert.

Am Wochenende veröffentlichten drei französische Magazine (Le MondeMediapart und Canard PC) Berichte über angebliches toxisches Arbeitsklima bei Quantic Dream. Dabei stützen sie sich auf Aussagen von Ex-Mitarbeitern. Übersetzt wurden diese Berichte von Eurogamer. Laut den Berichten gehören rassistische Äußerungen, sexuelle Belästigung und toxisches Arbeitsklima zum Arbeitsalltag.

Fotomontagen, arrogante Chefs, Überstunden

So lauten zumindest die Anschuldigungen. So werde behauptet, dass bei Quantic Dream auf einem internen Server ein Ordner mit 600 Fotomontagen existiere. Diese Foto Montagen zeigen Mitarbeiter in sexuellen Posen, versehen mit homophoben und sexistischen Beleidigungen. Einige Mitarbeiter seien als Nazis dargestellt.

Dieser Ordner besteht laut Angaben der Ex-Mitarbeiter seit 2013. Die Bilder werden häufiger bei Rundmails an Mitarbeiter geschickt. Die beiden Studio Chefs David Cage und Guillaume de Fondamière haben das volle Ausmaß dieser Bilder erst Anfang 2017 herausgefunden. Zuvor sollen sie nur die „lustigen und amüsanten“ Foto Montagen gesehen haben.

David Cage wird in diesen Berichten auch persönlich angegriffen. So soll er im Studio ein despotisches und arrogantes Verhalten an den Tag legen. So fordere er von Mitarbeitern immer wieder Überstunden, schenke den Mitarbeitern keine Beachtung und sehe sie als bloßes Mittel zum Zweck. 15-Stunden Tage oder eine 80 Stunden Woche seien daher keine Seltenheit. Daher habe er unter Kollegen den Spitznamen „Sonnenkönig“ oder „Gott“ erhalten.

Darüber hinaus soll er sich abschätzig über Mitarbeiterinnen und seine Frau äußern. Auch rassistische Äußerungen kommen vor. So haben sie sich ein Video eines Einbruchs angesehen. Gegenüber einem Mitarbeiter tunesischer Herkunft solle er gesagt haben: „Ist das ein Cousin von dir?“.

Firmenchefs streiten Vorwürfe ab

De Fondamière äußerte sich gegenüber Kotaku, dass er legale Wege nutzen werde, um diese falschen Anschuldigungen aus dem Raum zu schaffen.

„Quantic Dream bestreitet kategorisch die Vorwürfe. Ich bin wütend und empört über diese Anschuldigungen, die ich sehr ernst nehme. Und ich werde alle möglichen rechtlichen Schritte unternehmen, um meine Ehre zu verteidigen. „

Auch David Cage verteidigt sich. Er behauptet die Vorwürfe seien „lächerlich, absurd und grotesk“. Dabei verweist er vor allem auf seine bisherige Zusammenarbeit mit Schauspielern.

„Ihr wollt mir etwas über Homophobie erzählen? Ich arbeite mit Ellen Page, einer Kämpferin für die Rechte der LGBT-Gemeinde. Ihr wollt mir etwas von Rassismus erzählen? Ich arbeite mit Jesse Williams, der in den USA für Bürgerrechte einsteht … beurteilt mich anhand meiner Taten.“

In einem offiziellen Schreiben weist auch das Studio Quantic Dream an sich die Vorwürfe ab und betont dabei, dass jeder Mitarbeiter von großem Wert für sie sei. Sexismus und Rassismus werden von ihnen sehr ernst genommen.

Quantic Dream verteidigt sich gegen die Vorwürfe

Nichtsdestotrotz haben zwischen 2015 – 2016 über 50 Mitarbeiter das Studio trotz guter Bezahlung verlassen. Grund hierfür sei vor allem Depression und Überarbeitung.

Von | 2018-01-24T03:05:23+00:00 15. Januar 2018|Kategorien: News|Tags: , , |1 Kommentar

Über den Autor:

Hallo, ich studiere Fernsehen und Konnichiwa und zocke für mein Leben gern. Meistens Strategiespiele aber auch Games mit intensiver Story. Zu meinen Lieblingen gehören: Life is Strange, The Last of Us, Journey, To The Moon und Company of Heroes. Neben dem Zocken lese ich gerne, beschäftige mich mit Warhammer 40.000 und halte meinem bereits genervten Mitbewohner gerne mal einen stundenlangen Vortrag , warum das Imperium die beste Fraktion ist (ich meine ... Kettenschwerter, hallo?).

Ein Kommentar

  1. Steffen 16. Januar 2018 um 13:52 Uhr

    Ziemlich harte Vorwürfe der Mitarbeiter. Kann man nur hoffen, dass die Firmenleitung darauf eingeht und was ändern (sofern was Wahres dran ist).

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